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IT-Runde

Zwangsregistrierungen im Rahmen von staatlicher Zensur eingeführt

  • Zwangsregistrierungen im Rahmen von staatlicher Zensur eingeführt

    Skurril: Neuerdings müssen sich die User in China für das Hinterlassen von Kommentaren auf Nachrichtenseiten ausweisen. Und zwar mit ihren vollen Namen, sowie einer Identitätsnummer, die man vom Staat erhält. Diese ID-Nummer gibt Auskunft über Geburtsdatum, Wohnort, etc.

    Seit Anfang letzten Monat haben die großen Newsreportageseiten wie Sina, Netease, Sohu und weiteren Webportalen bereits begonnen die nicht registrierten Usern gebeten deren Namen und ID-Nummer anzugeben. Jedoch ist dies keine Idee der Webmaster von solchen Seiten, sondern diese kuriosen Aufforderungen kommen vom Staat selber, dessen Befehle die Nachrichtenwebseiten zu erfüllen haben. Ein offizielles Statement darüber, ob diese drastische Überwachung noch verschärft wird, gibt es bislang noch nicht. Diese neuen Anforderungen sind aber lediglich nur eine neue Stufe der Überwachung für die Mainstream-Seiten in China, die  bereits strenge Regeln besitzen.

    Man hatte sogar bereits 2003  versucht Registrierungen mit den echten Namen zu realisieren und zu kontrollieren, damit die weit-verbreiteten Internetcafes von ihren Kunden einen Ausweis verlangen, hauptsächlich dafür um Minderjährige vom Internetangebot auszuschließen.

    Jedenfalls lauten die Gründe der Regierung, dass die User auf diese Weise zu einer besseren „sozialeren Verantwortung“ und „Höflichkeit“ erzogen werden, wobei Berichte über diese gezwungenen Registrierungen staatlich unterdrückt worden sind. Angeblich weil der Einfluss der öffentlichen Meinung im Internet viel zu groß sei. Und das zurecht, da deshalb andere Menschen unterdrückt werden, indem sie durch ihre kleine Äußerungen oder Bemerkungen in Foren zu ihren Entlassungen führen könnten. Daher gibt es bisher auch auf diesem Gebiet nur anonyme Kritik. Es gibt zwar noch weitere Argumente dafür wie zum Beispiel, dass somit aufrührerische Angriffe überwältig werden können und Fehlinformationen oder andere illegale Tätigkeiten im Netz die „soziale Ordnung“ nicht gefährden. Doch rechtfertigt es der Meinung von Kritikern nach nicht die Einschränkung in der freien Rede, persönlichen Privatsphäre und die „Watchdog“-Rolle Chinas im Internet.

    Aber überall wo es neue Regeln gibt, gibt es auch immer welche, die sie versuchen es zu umgehen und bei Gelegenheit auch mit Erfolg. So ist es zum Beispiel einem Reporter gelungen sich auf vielen verschiedenen großen Seiten unter falschen Namen mit falscher ID und Telefonnummer anzumelden. Dies zeigt, dass das System noch nicht ganz so zuverlässig funktioniert, wie man es möchte.

    Ob diese Vorschriften gut gehen können? Immerhin ist Chinas Online Community mit ca. 340 Millionen Usern die größte auf der Welt und die Anzahl der Mitglieder wächst von Tag zu Tag. Immerhin hat die staatliche Zensur bereits den Krieg mit der „Obszönität und Unanständigkeit“ aufgenommen und haben den Zugang zu vielen verschiedenen Seiten wie YouTube, Facebook, Twitter und auch noch zu weiteren freien, toleranten Foren und Blogs gesperrt, die angeblich schädliche Informationen verbreiten.

    Wir hoffen, dass so etwas nicht nach Deutschland kommen wird und wir noch frei unsere Meinung äußern – und andere Meinungen lesen können, ohne das uns auf die Finger geschaut wird oder unsere Anonymität verloren geht! 😉

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  1. #1 Treelo74
    08.09.2009 um 06:32 Uhr

    In meinen Augen verstösst das gegen das Grundrecht auf freie Meinungsäusserung. Klar stören die teilweise unqualifizierten Bemerkungen mancher Leute, aber das ist mir lieber als die totale Kontrolle vom Staat.

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  2. #2 Surfwife
    19.10.2009 um 23:53 Uhr

    Irgendwann wird es so wie so kommen, obwohl ich ein Gegner dessen bin.

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  3. #3 derorden
    06.12.2009 um 13:41 Uhr

    Es wird in Deutschland mit Sicherheit nie so weit kommen, da eine derartige Regelung gegen das Grundgesetz verstieße. In China hingegen ist Zensur und die Unterdrückung der freien Meinungsäußerung bittere Realität. Uns bleibt nur zu hoffen, dass das chinesische Volk eines Tages das kommunistisch-diktatorische Regime stürzt, sich eine Verfassung gibt, die unabänderlich die Grundrechte enhält und sich zu einer Regierungsform entschließt, die mit den Grundrechten und der Verfassung im Einklang steht.

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