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IT-Runde

Die immer wieder unterschätzten Kosten von Webseiten

  • Die immer wieder unterschätzten Kosten von Webseiten

    Vor kurzem hat mich mal wieder ein guter Freund drauf angesprochen, ob ich ihm nicht ein Social Network wie Facebook entwickeln und programmieren könnte, sodass er nur noch für die Besucher sorgen muss. Er beschrieb den Auftrag mit „Professionell, seriös & benutzerfreundlich“. Angeboten hat er mir dann gegen eine Rechnung einen zweistelligen Betrag zu geben! Er meinte selbst, dass er lieber etwas mehr zahlt und dann was richtig gutes bekommt. Ist das nicht großzügig? Natürlich nicht! 😉 Die meisten außenstehenden Leute wissen gar nicht, was alles zu einer professionellen Webseite gehört. Einige denken wahrscheinlich immer noch, dass es eine Software gibt, die man anschmeißt und dann im Baukastensystem sich die einzelnen Bausteine zusammenfügen kann wie bei der bekannten 1&1 Werbung. Das das natürlich nicht stimmt, weiß jeder Programmierer :D.

    Aber was gehört eigentlich zu einer individuellen Webseite, welche „seriös und professionell“ sein soll?

    Ein Konzept:
    An die grundlegendsten Sachen denken Auftraggeber meist nicht. Bevor man loslegen will braucht man natürlich erstmal ein Konzept. Dies soll die Fragen klären, was man mit der Webseite eigentlich schlussendlich erreichen will. Hat man diese Frage geklärt, muss man die Seite erstmal strukturieren und schon zu Anfang an wissen, welcher Content auf welcher Unterseite erscheinen soll. Bestenfalls kann man sich für das Konzept mit dem Kunden zusammen setzen und alles besprechen (Zusammen ein Pflichtenheft ausarbeiten). Meist wollen diese sich aber eher „überraschen lassen“ wenn sie selbst noch keine Vorstellung haben. Somit muss man verschiedene Ideen ausarbeiten und vor beginn dem Kunden vorlegen – Der Arbeitsaufwand wird also für den Entwickler größer.

    Das Design:
    Hat man die vorrausgehenden Überlegungen erfolgreich abgeschlossen, kommt man zum grafischen Teil. Ist das Design entweder zu überladen oder viel zu undurchdacht, geht ein Großteil der Besucher nach dem aufruf wahrscheinlich wieder. Auch hier wollen Kunden meist nicht viel mit am Hut haben, auch wenn sie ganz grobe Vorstellungen schon besitzen. Hat man sich dann etwas überlegt, gehts ans designen! Womit macht man dies? Natürlich nicht mit Paint! Mehr als 90% der Designer nutzen da Adobe Photoshop. Auch dies ist natürlich nicht kostenlos! Die Software kann schnell mal über 1000Euro kosten (Kostenlose Alternative wäre hier Gimp). Sogar gute Designer brauchen für ein geniales Design mehrere Stunden. Dank dem Stundenlohn von meist über 50Euro (Ausgaben ink.) kommen da gern mal an die 500Euro zusammen. Für Hobbydesigner hört sich dieser Wert zwar riesig an, ist aber durchaus geläufig und nach oben hin sind keine Grenzen gesetzt!

    Ein Logo:
    Für viele zählt ein „Logo“ zwar mit zum Design, doch ein Logo ist mehr als nur ein Teil des Designs. Es ist ein Wiedererkennungsmerkmal. Dieses wird nicht nur im Design, sondern auch auf Visitenkarten, Flyern, T-Shirts, etc. gedruckt. Bestenfalls ist es schon vorhanden und man braucht kein eigenes zu entwerfen – Wenn nicht, steckt man viel Zeit in das individuelle designen eines solchen Logos. Es soll am besten das Unternehmen/die Webseite beschreiben, schlicht sein, und trotzdem einprägsam. Bis der Kunde mit einem Logo zufrieden ist, können so wieder einige Wochen ins Land fließen (Man hat ja schließlich keine 1000 Logos, wo der Kunde sich eins draus aussuchen kann) :D.

    Coding:
    Wenn das Design in Photoshop steht, kann man sehr glücklich sein. Aber wie bekommt man das Webseitentauglich? Photoshop hat keine Funktion „Jetzt Webseite erstellen“ o.ä. ;). Man muss einzelne Elemente slicen und dann einzelnd zum fertigen Design coden. Wer von gestern ist benutzt noch Tabellen, normalerweise sollte man aber alles in Div’s- und den HTML/CSS-Standards getreu coden. Auch hier kommt eine gute Zeit zusammen, welche gar nicht so unbeachtet bleiben darf. Auftraggeber wissen meist gar nicht, dass es diesen Schritt zwischen dem Design und der Programmierung überhaupt gibt…

    Die Programmierung:
    Hat man Glück, wird nur ein simpeles Portfolio verlangt. Neben dem Coding aller Unterseiten (Nach dem am Anfang erstellten Konzept) bleibt dann höchstens noch ein Kontaktformular, welches programmiert werden muss. Nach oben hin sind hier aber keine Grenzen gesetzt. Wünscht der Kunde ein Backend zur eigenen Verwaltung des Contents, kann dies schnell mal die gleichen Kosten wie ein ganzes Frontend verursachen. Wobei ein Backend noch relativ günstig programmiert werden kann im Gegensatz zum oben erwähnten Social Network. Hier muss man mehrschichtig denken (Frontend, Backend für User, Backend für Administrator welches die User-Backends verwaltet).

    Das Hosting:
    „Ich möchte eine Webseite“ ist schnell gesagt. Wo diese dann schlussendlich liegen soll, wissen die wenigsten. Sowohl Domain als auch das Webhosting-Paket oder (bei größeren Projekten) der eigene Server verursachen monatliche Kosten. Rechnet man monatlich ca. 10Euro für einen Webspace bzw. ca. 100Euro für einen Root-Server, kann man sich schnell ausrechnen, welche Kosten alleine nach einem Jahr für den Speicherplatz auf einen Kunden zukommen.

    Die Kontrolle:
    Zum Schluss steht das Projekt soweit, doch auch hier findet noch eine Kontrolle statt. Jede einzelne Unterseine muss auf Fehler und Benutzerfreunldichkeit überprüft werden. Fehler hört sich zwar relativ einfach an, doch neben PHP-Fehlern können auch Gedanken-Fehler entstanden sein, sodass auf einmal eim Captcha o.ä. bei der Registrierung fehlen. Damit nicht nur die Sicht des Programmierers & Designers geprüft wurde, muss auch der Kunde einmal das ganze Projekt überblicken. Fallen ihm irgendwelche Verbesserungen ein (allein weil ihm während der Projekterstellung zufällig noch eine grandiose Idee gekommen ist), kann dies den anfänglichen zeitplan gerne mal um einige Wochen hinauszögern. Das Projekt kann dann nach Zufriedenheit des Kunden übergeben werden.

    Spätere Pflege:
    Wer jetzt gedacht hat, dass nach der Abgabe keine weiteren Kosten entstehen, den muss ich leider enttäuschen. Da die Kunden/Firmen/Organisationen etc. extra einen Entwickler beauftragt haben, der Ihnen ein Projekt erstellt, gerade weil sie es nicht selbst können, liegt es sehr nahe, dass sie auch spätere Erweiterungen/Änderungen nicht alleine vornehmen können. Somit ist der Kunde auf die spätere (und natürlich auch Kosten verursachende-) Pflege angewiesen.

    Wenn man sich jetzt die einzelnen Schritte anschaut, die es bei fast jeder grundlegenden Webseiten-Erstellung zu bedenken gibt, kann man sich schnell ausmalen wieviel ein ganzes Projekt kostet. Wenn man da im dreistelligen Bereich bleibt, ist das Projekt fast noch ein Schnäppchen. Ist natürlich klar, dass man jeden Auftrag unterscheiden muss. Einige brauchen vielleicht kein Logo oder besitzen schon ein Design. Andere setzen viel mehr auf Suchmaschinenoptimierung und das spätere Marketing der Webseite. Deshalb soll diese Übersicht auch nur veranschaulichen, dass eine Webseite nicht mal eben in 10 Minuten erstellt wird und man viel Überlegung im vorhinein anstellen muss.

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  1. #1 Francesco
    17.04.2011 um 16:14 Uhr

    Was für ein Artikel: TOP!
    Wenn man das so hört: „Mach mir mal eben eine Webseite“ hört sich das richtig einfach und vor allem unkompliziert an. Aber deine Auflistung zeigt ja, dass da viel mehr hintersteckt. Für deine so genannten „Außenstehenden“ natürlich sehr unverständlich, ist kalr 😀
    Aber den Artikel werde ich mir mal speichern, bekomme auch öfter mal Anfragen ob ich Webseiten erstelle, auch wenn ich selbst für andere noch nie ganze Projekte erstellt habe 😛

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  2. #2 Kiwi
    17.04.2011 um 16:20 Uhr

    Wie Recht du hast 😀
    Jeder, der sich etwas intensiver mit Webseiten auseinandersetzt, sollte die angesprochenen Punkte in deinem Artikel nachvollziehen können :)

    Gruß Kiwi

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  3. #3 Felix
    17.04.2011 um 20:35 Uhr

    Danke für diesen Artikel. Ich kenne solche Sätze wie „installiert mir doch mal ne Webseite“ zu genüge. Was alles dahintersteckt und welche Kosten und Zeit das frisst, wollen solche Laien oft nicht sehen. Hoffentlich trägt dein Artikel zumindest etwas zur Aufklärung bei 😉

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  4. #4 Marcel
    18.04.2011 um 06:35 Uhr

    *gg* Wie sehr mir das bekannt vorkommt 😀
    Viele Support Anfragen zeigen auch, dass die WYSIWYG Editoren und Webbaukästen verschiedener Anbieter weiter im Trend liegen und man so denkt: „Ich kann es!“ „Quellcode? Was ist das?“

    Auf meiner Website habe ich einen Link zu http://www.webkalkulator.com/
    Da kann man sich in etwa ausrechnen lassen, wie die Kosten in etwa sind. Natürlich muss man es in Relation sehen und die Zahlen sind keine verbindlichen Zahlen. Aber es gibt einen Trend an.

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  5. #5 Nico
    18.04.2011 um 21:05 Uhr

    Das kenne ich. Mich haben auch schonmal welche gefragt ob ich nicht eine eigene Community wie Facebook programmieren will.

    Aber auch da kann ich nur immer antworten das sowas kein Kinderspiel ist sondern auch ne menge Zeit und Geld kostet.

    Aber trozdem, ein toller Artikel.

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